Liebe deutsche Wissenschaft!
Lange habe ich gehofft (wobei die Hoffnung im Laufe des letzten Jahres leider nicht so wirklich gestiegen ist), nun ist die Entscheidung da und mir bleibt nicht mehr zu sagen als: das war’s dann wohl mit uns – ich denke, ich such’ mir einen Job außerhalb der Wissenschaft oder vielleicht im Ausland.
Alles Liebe, deine Hanna!

Wer erinnert sich an unsere Folge zu den prekären Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft vom August letzten Jahres? Mit Lena und Jonathan von RespectScience e.V. haben wir u.a. über die Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes gesprochen. Damals war das Gesetz noch in der Überarbeitung (und die Hoffnung auf Verbesserung noch da), nun wurde die Novelle des WissZeitVG von der Bundesregierung beschlossen und wird vorraussichtlich Ende März ins Kabinett gehen. Die maximale Befristungsdauer im Post-Doc Stadium soll von 6 Jahren auf 4 Jahre reduziert werden und und kann nur im Fall einer festen Anschlusszusage um 2 Jahre verlängert werden. Dies alles läuft unter dem Deckmantel des Schutzes der Wissenschaftler:innen und der Steigerung der Planbarkeit von Karrieren. Doch anstatt konkreter Reformen, die zur Schaffung von Dauerstellen im Mittelbau führen würden wird durch die geplante Novellierung der Druck auf Wissenschaftler:innen weiter erhöht.
Der (zugegebenermaßen von uns geschriebene aber sicherlich gar nicht mal so unrealistische) Abschiedsbrief von Hanna an die deutsche Wissenschaft zeigt: wer kann bei solchen Gesetzgebungen deutschen Wissenschaftler:innen verübeln, dem Wissenschaftsstandort Deutschland den Rücken zu kehren.
Wir hoffen, wir sehen dich mal wieder, liebe Hanna! Mach’s gut!